Wir sprachen mit Frau Kumiko Sato darüber, wie sie in Japan eine vertrauenswürdige Oase für Bio-Kosmetik aufbaut.
Als Kumiko Sato vor über 25 Jahren die SLJ Co., Ltd. gründete und ihr Einzelhandelskonzept „Organic Market“ in Tokio auf den Weg brachte, gab es in Japan noch kein Konzept für Bio-Kosmetik. Auch heute noch ist sie eine der engagiertesten Vorreiterinnen der Branche und setzt sich in einer Einzelhandelslandschaft voller vager „Natur“-Behauptungen für authentische internationale Standards ein.
Wir sprachen mit Frau Sato über ihren Weg – von einem einzigen inspirierenden Moment in Paris bis hin zum Aufbau einer vertrauenswürdigen Oase für zertifizierte Bio-Kosmetik in Japan.
Vom Pariser Kaufhaus nach Tokio
Ende der 1990er Jahre wurden japanische Kosmetikprodukte zwar mit Begriffen wie „natürlich“ oder „pflanzlich“ beworben, doch fand man diese meist in den hintersten Ecken von Apotheken oder Bastelläden. Sie wirkten rustikal, schlicht und waren weit entfernt von der Welt der Mode und Schönheit.
Eine Reise nach Europa veränderte für Frau Sato alles.
„Die Inspiration kam, als ich in Paris eine Frau sah, die von den Bio-Kosmetikprodukten, die sie kaufte, völlig fasziniert war“, erinnert sich Frau Sato. „In einer Ecke der Kosmetikabteilung im Le Bon Marché gab es eine Auslage, an der eine stilvolle, modebewusste Frau Produkte aussuchte.“
Als Frau Sato einen Blick auf die Artikel warf, fiel ihr das Wort „Bio“ neben dem Ecocert-Siegel auf. Das war ein Aha-Erlebnis. Diese Produkte waren nicht nur offiziell zertifiziert, sondern auch wunderschön und raffiniert verpackt.
„Als ich sah, wie eine stilvolle Geschäftsfrau Bio-Schönheitsprodukte auswählte, wurde mir klar, dass Bio-Schönheit in Zukunft unweigerlich Fuß fassen würde“, sagt sie.
Angetrieben von Vertrauen
Nach ihrer Rückkehr nach Japan bestärkte ein Gespräch mit einer jüngeren Kollegin Frau Satos Entschlossenheit noch weiter. Ihre Kollegin hatte empfindliche Haut und probierte eine Marke aus, die in ihrer Werbung Pflanzenmotive verwendete – nur um festzustellen, dass das Produkt ihre Haut reizte. Tatsächlich war das Produkt weder biologisch noch natürlich
„Ich dachte mir: ‚Wie bedauerlich für eine junge Frau, Geld für ein Produkt auszugeben, das nicht gerade billig ist, nur um dann festzustellen, dass es nicht zu ihr passt‘“, erklärt Frau Sato.
Dies gab den Anstoß für eine klare Mission: einen hochwertigen Verkaufsraum zu schaffen, der ganz auf Vertrauen basiert.
„Ich war von dem starken Wunsch getrieben, ein Geschäft zu schaffen, in dem Kunden darauf vertrauen können, dass jedes Produkt in den Regalen biologisch ist, ohne die Etiketten einzeln überprüfen zu müssen“, sagt sie.
Die Zertifizierungslücke in Japan überwinden
Dieses Vertrauen aufzubauen war nicht einfach. Im Gegensatz zu Europa oder Nordamerika fehlt in Japan ein offizielles staatliches Zertifizierungssystem für Bio-Kosmetik.
„Da es in Japan keine Vorschriften für die Verwendung des Begriffs ‚Bio‘ gibt, ist es – um es ganz offen zu sagen – ein Markt, auf dem ein Produkt bereits durch die Verwendung einer winzigen Menge eines Inhaltsstoffs mit Bio-Zertifizierung als ‚Bio-Hautpflege‘ gekennzeichnet werden kann, ohne dass jemand dies beanstandet“, betont Frau Sato.
Da die gesetzlichen Definitionen vage sind, stützt sich Frau Sato stark auf international anerkannte Standards, um ihren Kunden Klarheit zu verschaffen. „Um zwischen ‚natürlichen‘ Produkten und ‚zertifizierten Bio-Produkten‘ zu unterscheiden, ist das Vorhandensein einer echten Zertifizierung und von Zertifizierungszeichen äußerst wichtig“, betont sie.
Eine hoffnungsvolle Zukunft für Bio-Standards
Trotz dieser Herausforderungen blickt Frau Sato optimistisch auf die Entwicklung des japanischen Marktes. Das umfassendere Konzept von „Bio“ wird zu einem normalen Bestandteil des Alltags, vorangetrieben durch den Lebensmitteleinzelhandel.
„Da Geschäfte, die frische Lebensmittel und andere Waren führen, mittlerweile fast ausnahmslos über eine Bio-Abteilung verfügen und die Zahl der Bio-Fachgeschäfte und -Supermärkte zunimmt, etabliert sich das Konzept ‚Bio‘ zunehmend fest bei den Verbrauchern“, berichtet sie.
Mit diesem wachsenden Bewusstsein beginnen die Verbraucher, auch ihre Kosmetikprodukte mit dem gleichen kritischen Blick zu betrachten. „Es scheint, dass das Verständnis der Verbraucher für ‚natürliche‘ Produkte und ‚zertifizierte Bio-Produkte‘ (Kosmetika) sowie ihre Fähigkeit, zwischen diesen zu unterscheiden, zunimmt“, fasst sie zusammen.
Durch ihre Verkaufsflächen und ihr unerschütterliches Engagement für echte Zertifizierung sorgt Kumiko Sato weiterhin dafür, dass japanische Verbraucher, die nach echter Bio-Kosmetik suchen, genau wissen, wo sie diese finden können.
Warum Geschichten wie diese für COSMOS wichtig sind
Wir bei COSMOS-standard sind davon überzeugt, dass eine klare, ehrliche Kennzeichnung weltweit die Grundlage für das Vertrauen der Verbraucher bildet. Gründerinnen wie Kumiko Sato beweisen, dass selbst in Märkten ohne offizielle nationale Vorschriften internationale Zertifizierungszeichen Unternehmen und Verbrauchern eine gemeinsame Sprache für Sicherheit, Authentizität und Respekt vor der Natur bieten.